Über das Wenn,

oder: Wem soll ich glauben?

Wie mit »Wenn« Geld verdient wird

 

Februar

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

* »Wenn ich groß und schlank wäre ...«, meint der kleine Dic­ke.

* »Wenn ich einen großen Busen hätte ...«, meint die Schmal­brüsti­ge.

* »Wenn ich einen gestylten Körper hätte ...«, meint der Hänf­ling.

* »Wenn ich einmal reich wär' ...«, meint der Arme.

* »Wenn ich bloß meine Freß-/Trink-/Sex-/Kaufsucht etc. unter Kontrolle kriegen würde!« meint fast jeder.

 

Wenn das Wört­chen »wenn« nicht wär' ... Es hat sich fest­gebissen in unseren Köpfen. Jeden Tag wird es erneut von allen mögli­chen Men­schen, Medien und Mächten geschürt. Wir fröhli­chen Athei­sten versuchen, uns dagegen zu weh­ren.

 

* Wir glauben nicht unbedingt, daß es uns bessergeht, wenn uns jemand erzählt, wir sollen dies oder jenes kaufen.

* Wir glauben nicht unbedingt, daß es uns bessergeht, wenn uns jemand erzählt, wir sollen dies oder jenes tun.

* Und wir glau­ben nicht unbedingt, daß es uns bessergeht, wenn uns je­mand erzählt, wir sollen dies oder jenes lassen.

   

Wenn uns jemand erzählt, wir sollen dies oder jenes kau­fen, tun oder lassen, überlegen wir erst einmal: »Wie selbstlos ist der Einsatz desjenigen, der uns dies mitteilt? Und welchen Hintergedanken hat er im Kopf?« Und da gibt es nun wieder­um drei Möglichkeiten:

    Möchte er Macht über uns haben? – Ein Hintergedanke, der hauptsäch­lich von Machthabern in Kirche und Gesellschaft produziert wird. Sprich: Popen und Politikern.

    Möchte er uns womöglich besitzen? – Ein Hintergedanke, den enge Verwandte und Geliebte sich gern zu eigen ma­chen.

    Möchte er »nur« Geld an uns verdienen? – Ein Hin­terge­dan­ke, der hauptsächlich von Werbeleuten, Versicherungs­vertretern, Bankern und Geschäftsleuten überhaupt be­nutzt wird.

    Womöglich geht es uns besser, wenn wir dies oder jenes kaufen. Womöglich geht es uns besser, wenn wir dies oder jenes tun. Womöglich geht es uns besser, wenn wir dies oder jenes lassen.

    Sorgfältig prüfen wir, ob es zwingend notwendig ist, dies oder jenes zu kaufen, zu tun oder zu lassen.

  Wir können nicht über alles Bescheid wissen, also lassen wir uns beraten – aber hauptsächlich von solchen Menschen, die keine Macht über uns ausüben, keinen Besitz von uns ergrei­fen und kein Geld an uns verdienen wollen.

 

Im März: Über die Glaubwürdigkeit.

 

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