Noch'n paar Gedanken
Es kommt mir nicht darauf an, ob es einen "Uhrmachergott" gibt oder nicht. Mir kommt es lediglich darauf an, die begrenzte Zeit, die ich hier verbringe, so angenehm wie möglich zu gestalten. Im übrigen bin ich der Meinung, daß derjenige, der ohne Rücksicht auf die Gesellschaft lebt, nicht glücklich sein kann. Der Mensch ist nun mal genetisch "programmiert", sich zu reproduzieren. Und wenn ich mich reproduziere, muß ich auch meinen Reproduktionen die Möglichkeit geben, leben zu können. Ansonsten wäre ja alles für die Katz.
Nach meinem Tod bin ich genauso da, wie ich es vor meiner Geburt war, mit der Ausnahme, daß mein Beitrag (eher in dem Micro-Bereich) in den mir nachfolgenden Generationen weiterlebt.
Mir ist es völlig egal, ob der Dalai Lama fliegen kann, Jesus vom Tod auferstanden ist oder Mohammed seine Schriften direkt von Allah diktiert bekam. Wenn es eine physikalische Gesetzmäßigkeit gibt, daß ich eines Tages - wiedergeboren - im Himmel, im Nirwana oder sonst wo weiterexistiere, tut es nichts zur Sache, ob ich solchen Firlefanz glaube oder nicht. Die Hauptsache ist doch diese: Wenn ich tatsächlich weiterexistiere, ist es doch ein Weiterexistieren, aufgebaut auf meinem jetzigen Dasein, und wenn ich in diesem Leben nicht in der Lage bin, mein Glück zu finden, wieso soll das dann im nächsten funktionieren?
Solange es Menschen gibt, die es für unentbehrlich halten, für andere Lebensregeln aufzustellen, die sie als Religion bezeichnen, wird es immer Nachfolger geben, die diese Regeln zu ihren eigenen Zwecken mißbrauchen. Solange es aber Menschen gibt, die sich nicht so leicht manipulieren lassen, bleibt alles in Balance und unser Planet einigermaßen lebenswert.
Es ist möglich, daß der eine oder andere recht hat, wenn er behauptet, daß es eine höhere Macht gibt und daß es nach unserem Tod tatsächlich weitergeht. Sollte sich dies einmal herausstellen, sind fröhliche Atheisten durchaus bereit, ihren Irrtum ohne Groll zuzugeben.
Fröhliche Atheisten halten sich an (sinnvolle) Gesetze – nicht, weil das Gegenteil strafbar ist, sondern weil sie sich bewußt sind, daß eine funktionierende Gesellschaft gewisse Verabredungen braucht – Verabredungen, die nichts anderes sind als die Spielregeln bei einem Spiel. Und so wie bei jedem Spiel macht es absolut keinen Spaß mit Leuten zu spielen, die diese Regeln nicht einhalten und statt dessen mogeln.
Wieso neigt eigentlich jeder dazu, seine Norm für die allgemeingültige zu halten? Ist die Vielfalt der »Benimmkultur« nicht eher das Wesensmerkmal, das uns von anderen Lebewesen unterscheidet?
Esoteriker sind Menschen die sogar da ein Haar finden, wo gar keine Suppe ist.